Im Rahmen der Veranstaltung „Archäologie im Hof“ im Stadtmuseum St. Pölten erwartet die Besucher eine ganz besondere kulinarische Zeitreise: Archeomuse bringt die römische Küche zurück ins Hier und Jetzt – authentisch, lebendig und zum Greifen nah.
Im historischen Ambiente des barocken Innenhofs wird auf einer rekonstruierten römischen Kochstelle gearbeitet. Über offenem Feuer entstehen Speisen nach antiken Vorbildern – zubereitet in sorgfältig nachgefertigten Keramikgefäßen, wie sie bereits vor rund 2.000 Jahren in Gebrauch waren. So wird nicht nur gekocht, sondern experimentell rekonstruiert, wie Geschmack, Technik und Alltag in der römischen Küche tatsächlich ausgesehen haben könnten.
Die Besucher haben dabei die seltene Gelegenheit, diesen Prozess hautnah mitzuerleben: vom Entzünden des Feuers über die Verwendung historischer Zutaten bis hin zum fertigen Gericht. Der Duft von Gewürzen, Kräutern und frisch zubereiteten Speisen auf offenem Feuer macht Geschichte sinnlich erfahrbar.
Neben der praktischen Vorführung bietet Archeomuse spannende Einblicke in die Esskultur der Römer. Welche Zutaten waren typisch? Wie wurde gewürzt? Was unterschied einfache Alltagsküche von gehobenen Speisen? Diese und viele weitere Fragen werden anschaulich erklärt – verständlich, fundiert und mit einem Blick auf aktuelle archäologische Erkenntnisse.
Die Veranstaltung selbst verwandelt den Innenhof des Stadtmuseums in eine lebendige Zeitreise durch verschiedene Epochen. Neben römischen Spezialitäten gibt es historische Handwerkstechniken, Mitmachstationen und Vorführungen zu entdecken, die Geschichte für alle Sinne erlebbar machen .
Archeomuse lädt dazu ein, nicht nur zuzusehen, sondern Geschichte zu schmecken, zu riechen und zu verstehen – ein Erlebnis, das Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise verbindet.
Ein zentraler Bestandteil der Vorführung ist dabei die experimentelle Herangehensweise, die Archeomuse auszeichnet. Es geht nicht nur darum, historische Rezepte nachzukochen, sondern diese im Kontext ihrer Zeit zu verstehen. Welche Kochtechniken waren möglich? Welche Temperaturen konnten erreicht werden? Und wie beeinflussten Gefäßformen und Materialien das Ergebnis? Durch diese Herangehensweise entsteht ein tieferes Verständnis für die römische Alltagskultur, das weit über das reine Rezept hinausgeht.
Besonders spannend ist dabei der Umgang mit Zutaten, die heute teilweise ungewohnt erscheinen. Die römische Küche war geprägt von intensiven Aromen, einer Vorliebe für süß-salzige Kombinationen und dem gezielten Einsatz von Gewürzen und Kräutern. Viele dieser Zutaten sind auch heute noch bekannt, werden jedoch anders kombiniert oder verarbeitet. Gerade diese Unterschiede machen die Vorführung zu einem faszinierenden Erlebnis, das neue Perspektiven auf bekannte Lebensmittel eröffnet.
Auch die soziale Dimension des Essens wird thematisiert. In der römischen Welt war Ernährung immer auch Ausdruck von Status, Identität und Kultur. Während einfache Bevölkerungsschichten vor allem mit Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse arbeiteten, konnten wohlhabendere Haushalte auf eine größere Vielfalt an Zutaten und aufwändigere Zubereitungen zurückgreifen. Diese Unterschiede werden verständlich erklärt und in einen größeren historischen Zusammenhang eingeordnet.
Darüber hinaus bietet Archeomuse Einblicke in die archäologischen Quellen, auf denen das Wissen über die römische Küche basiert. Funde von Kochgeschirr, Herdstellen und Lebensmittelresten liefern wichtige Hinweise darauf, wie gekocht und gegessen wurde. Ergänzt werden diese durch schriftliche Quellen, die Einblicke in Rezepte und kulinarische Vorlieben geben. Die Kombination dieser unterschiedlichen Quellen ermöglicht es, ein möglichst genaues Bild der antiken Küche zu zeichnen.
Für Besucher jeden Alters bietet die Veranstaltung zahlreiche Anknüpfungspunkte. Kinder können staunen, riechen und beobachten, während Erwachsene die Möglichkeit haben, tiefer in die historischen Hintergründe einzutauchen. Fragen sind ausdrücklich erwünscht und werden direkt vor Ort beantwortet, wodurch ein lebendiger Austausch entsteht.
Die besondere Atmosphäre des Innenhofs trägt zusätzlich zum Erlebnis bei. Umgeben von historischer Architektur wird Geschichte nicht nur vermittelt, sondern spürbar gemacht. Das Knistern des Feuers, das Klappern der Keramikgefäße und die intensiven Düfte schaffen eine Umgebung, die alle Sinne anspricht und lange in Erinnerung bleibt.
„Archäologie im Hof“ steht dabei für eine Form der Geschichtsvermittlung, die Wissen und Erlebnis miteinander verbindet. Statt trockener Theorie steht das praktische Erleben im Vordergrund. Genau hier setzt Archeomuse an: durch das Zusammenspiel von Forschung, Rekonstruktion und Vermittlung entsteht ein Zugang zur Vergangenheit, der sowohl fundiert als auch unterhaltsam ist. Wer noch mehr Geschichte erleben will, kann unsere historischen Kochkurse besuchen.
Die Besucher erwartet somit nicht nur eine Kochvorführung, sondern ein ganzheitliches Erlebnis, das zeigt, wie eng Ernährung, Kultur und Geschichte miteinander verknüpft sind. Wer sich für Archäologie interessiert, gerne kocht oder einfach neugierig auf neue Geschmackserlebnisse ist, wird hier auf seine Kosten kommen.
Eintritt frei – Kommt vorbei und entdeckt die Vergangenheit neu! „Archäologie im Hof“ findet bei jedem Wetter statt.





