Mit dem nächsten Türchen unseres virtuellen Adventkalenders widmen wir uns einer Redewendung, die heute vor allem Glück bedeutet – früher aber eine ganz andere, sehr handfeste Bedeutung hatte. Sprache kann manchmal erstaunliche Wege gehen: Was wir heute als charmanten Ausspruch verwenden, war einst ein Trostpreis für echte Pechvögel. Zeit also, einen genaueren Blick auf die Geschichte hinter „Schwein haben" zu werfen.
Bedeutung
„Schwein haben" bedeutet, Glück zu haben – oft überraschend, unverhofft oder in einer Situation, in der es eigentlich schlecht hätte ausgehen können. Die Redewendung wird humorvoll verwendet, um Glückspilze, günstige Fügungen oder glückliche Wendungen zu beschreiben.
Herkunft
Der Ursprung liegt vermutlich im Mittelalter, als bei Wettbewerben und Spielen – etwa Bogenschießen oder bäuerlichen Wettkämpfen – der schlechteste Teilnehmende ein Schwein als Trostpreis erhielt.
Was heute merkwürdig klingt, war damals tatsächlich ein Vorteil: Ein Schwein war wertvoll. Wer eines besaß, hatte Fleisch, Fett, Vorräte und damit ein kleines Stück wirtschaftliche Sicherheit.
So entstand aus dem Trostpreis für den größten Pechvogel eine paradoxe Wendung: Der Verlierer hatte am Ende Glück – und damit „Schwein".
Erklärung
Das Schwein spielte in vielen europäischen Kulturen eine besondere Rolle. Es war ein Tier, das man fast vollständig verwerten konnte – ein Symbol für Wohlstand, Versorgung und Überfluss.
Kein Wunder also, dass Schweine auch später zu Glücksbringern wurden: vom Neujahrs-Schweinderl bis zu Glücksmünzen mit Schweinprägung. Diese Traditionen knüpfen an die mittelalterliche Erfahrung an: Wer ein Schwein hatte, war selten ganz arm – und hatte buchstäblich Glück im Stall.

WussWWWusstestWusstest du, dass…?
… Schweine bereits in der Antike Glückssymbole waren?
In römischen Haushalten galten sie als Zeichen für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Viele Neujahrstraditionen im deutschsprachigen Raum übernehmen dieses Motiv bis heute – und machen das Schwein zum zeitlosen Glücksbringer.
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