Heute vor 131 Jahren wurde Agatha Mary Clarissa Miller geboren. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Agatha Christie. Agatha Christie schrieb 66 Krimis, Bühnenwerke (the mousetrap wurde von November 1952 bis März 2020 täglich im West End Theater in London aufgeführt) und Kurzgeschichten. Auf der Liste der meistübersetzten Autoren belegte sie Platz 1, außerdem gilt sie als erfolgreichste Kriminalromanschriftstellerin der Welt. Diesem Erfolg verdankt sie den Namen „Queen of Crime“. Weniger bekannt sind ihre romantischen Erzählungen, die sie unter dem Pseudonym Mary Westmacott schrieb.

Kindheit

Sie wurde bis zu ihrem 16. Lebensjahr durch ihre englische Mutter Clarissa Böhmer unterrichtet, die auch ihr Talent fürs Schreiben erkannte. Schon mit 11 Jahren veröffentlichte Agatha Christie ein Gedicht in einer lokalen Zeitung. Ihr Vater starb als Agatha 11 Jahre alt war, was die finanzielle Lage der Familie stark beeinflusste. Im 1. Weltkrieg arbeitete Agatha als Krankenschwester beim britischen Roten Kreuz und anschließend in einer Apotheke. Dadurch lernte sie viel über Medikamente und Gifte und eignete sich Wissen an, das sie später in ihren Kriminalromanen gut verwenden konnte.

Agatha

Agatha als Kind (unbekanntes Datum)

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Erste Ehe
Christie

Agatha mit ihrer Tochter Rosalind

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1914 heiratete sie Archibald Christie und bekam eine Tochter. Die 1920er Jahren waren für Agatha eine sehr schwierige Zeit, obwohl sie ihren ersten Krimiroman veröffentlichte (the mysterious affair at styles mit Hercule Poirot): ihre Mutter starb und ihr Mann gestand ihr eine Affäre. Anfang Dezember 1926 verließ Agatha nach einem Streit mit ihrem Mann das Haus. Eine Suchaktion, die noch lange die Polizei und sogar das britische Parlament Beschäftigte, wurde veranlasst. Agatha hat nie Details über ihre Beweggründe zu dieser Flucht geschrieben und ließ sich 1928 scheiden.

Reise in den Nahen Osten

1928 unternahm Agata eine Reise in den Nahen Osten, um sich zu erholen. Einen Teil der Reise unternahm sie im Orientexpress. Diese Reise wird ihr Leben sehr stark verändern und beeinflussen. Agatha Christie besuchte die Grabungsstätte Ur im Irak, wo sie Leonard Woolley und seine Frau kennenlernte. Diese inspirierten sie zu weiteren Kurzgeschichten und Kriminalromane, darunter Mord in Mesopotamien.

Orient Express Route 1883 – 1914

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Zweite Ehe

Agatha Christie mit May Mallowan

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Auf ihrer 2. Reise nach Ur lernte sie den Archäologen Max Mallowan kennen. Sie sie heirateten noch im selben Jahr, obwohl Agatha wegen der 14 Jahre Altersunterschied Bedenken hatte. Bei der Hochzeit gaben beide ein falsches Alter an, um den großen Unterschied zu verbergen. Während Mallowan in Ur, Niniveh und Tell Arpachiyah Ausgrabung durchführte schrieb Agatha Christie ihre zahlreichen Romane. Sie nahm aber auch an den Ausgrabungen teil oder finanzierte sie teilweise!

Das British Museum kaufte 2011 eine Sammlung kleiner Elfenbeinarbeiten, die Max Mallowan in Nimrud ausgegraben hatte, Agatha Christie hatte sie mit ihrer Gesichtsmaske gesäubert! Experten meinen noch heute, dadurch hätte sie die Elfenbeinteile gerettet. Diese sind nun der Öffentlichkeit im Britischen Museum zugänglich.

Die Schriftstellerin

Zwei fertige Romane behielt sie für eine spätere Veröffentlichung bereit, falls sie einmal nicht mehr schreiben würde. Tatsächlich wurde sleeping murder mit Miss Marple erst posthum veröffentlicht. 1971 wurde sie von Königin Elisabeth II in den Adelsstand erhoben und war nun Dame Commander. Sie starb 85jährig an einem Schlaganfall.

Agatha Christies

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Agatha Christies Lieblingsessen
Clotted Cream

© E. Monamy

Agatha ließ sich von Lebensmitteln inspirieren, insbesondere von Süßigkeiten. Essen machte sie glücklich. Seit sie klein war, ging sie gerne in die große Küche zu Hause und improvisierte. Für ein junges englisches Mädchen aus der Oberschicht war das damals ziemlich ungewöhnlich.

Wir alle haben unsere Essenssüchte – manche Menschen horten Schokolade, andere können tonnenweise Chips essen und wir kennen bestimmt ein paar Leute, die jede Nacht einen Becher Eiscreme essen können. Agatha Christie mag die meistverkaufte Schriftstellerin aller Zeiten sein, aber sie war nicht immun gegen den Sirenengesang eines bestimmten Lebensmittels: sie liebte clotted cream, eine Art Rahm in kleinen Brocken dessen Geschmack an Mascarpone erinnert, über alles! „Agatha mochte das Essen sehr gerne – ihre Leidenschaft galt clotted cream“, erinnert sich die Tochter des örtlichen Pfarrers. „Sie nahm es becherweise zu sich. Sie hatte immer einen Becher Rahm neben ihrer Schreibmaschine. Selbst Christies fiktive Figuren konnten sich dieser Besessenheit nicht entziehen. Miss Marple ist ebenfalls für ihre Vorliebe für Rahm berühmt, und selbst der wählerische Hercule Poirot isst sie.

Christies zweite Lieblingsspeise waren frische Feigen, die man auch heute noch von den Bäumen probieren kann, die sie auf Greenway, ihrem Anwesen, gepflanzt hatte. Aber Vorsicht, wenn Sie ihnen in einem ihrer Krimis begegnen: Eine unglückliche Dame, die sich den Feigensirup gönnt, wird für ihre Mühe vergiftet. Es ist sicherer, sich an den Rahm zu halten!