Heute vor 125 Jahren ist Clara Schumann gestorben. Clara Josephine Wieck wurde am 13. September 1819 geboren und starb am 20. Mai 1896. Sie wird erst seit den 60er Jahren wiederentdeckt. Davor stand sie hauptsächlich im Schatten ihres Mannes Robert Schumann. Sie war aber selbst eine anerkannte Pianistin, Komponistin und Klavierprofessorin.

Kindheit und Jugend

Clara entstammt einer musikalischen Familie: Ihr Vater Friedrich Wieck war Theologe. Da er aber Musik über alles liebte gründete er eine Klavierfabrik. Ihre Mutter Mariane Tromlitz spielte Klavier und war Sängerin. Claras Geschwister und Halbgeschwister waren alle ebenfalls im Musikbereich tätig (Instrumentenbauer, Musiklehrer, Pianisten usw…). Nachdem sich ihre Eltern scheiden ließ, blieb Clara bei ihrem Vater, der ihr Klavierunterricht gab. Er erkannte ihr Talent und wollte sie als Wunderkind am Klavier so bald als möglich der Welt präsentieren. Mit 9 spielte sie zum ersten Mal öffentlich. Mit 10 komponiert sie ihre ersten Stücke! Mittlerweile sind alle ihre Kompositionen digitalisiert und weit verbreitet.

Ihr Vater diktiert und bewacht ihre Erziehung und ihre Gesundheit, genauso wie ihr Umgang in der Gesellschaft. Felix Mendelssohn Bartholdy fördert sie als Komponistin genauso wie als Klavierspielerin, sie freundet sich mit Franz List und Frédéric Chopin an, wird in Wien zur K. und K Kammer-Virtuosin und spielt für Goethe.

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Clara und Robert Schumann
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© Eduard Kaiser – Eigenes Foto einer Originallithographie der Albertina (Wien), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17643993

1828 lernt Clara Robert Schumann kennen. Sie ist noch keine 9 Jahre alt, während er als Zwanzigjähriger bei ihrem Vater Klavierunterricht nimmt. 1835 kommen sie sich näher. Ihr Vater ist gegen diese Verbindung und versucht beide zu trennen, indem er Claras Konzerte organisiert und einen Briefwechsel untersagt. 1837 verloben sie sich heimlich. Auch die weiteren Trennungen durch ihren Vater ändert nichts an ihren Gefühlen. 1839 geht Clara zu ihrer Mutter nach Berlin, wo sie Zeit mit Robert verbringt. Clara und Robert reichen im Gericht eine Klage ein, das ihnen 1840 die Eheschließung ermöglicht. Erst 1843 kam es zur Versöhnung mit ihrem Vater.

Robert erwartet, dass Clara sich auf die Ehe und ihre Verpflichtungen konzentriert, akzeptiert jedoch, dass sie weiter komponiert. In ihrer Leipziger Wohnung bekommen sie viel Besuch von Musiker. Clara will Robert ein sorgenfreies Leben ermöglichen und geht in ihrer neuen Rolle auf. Sie holt sogar ihre Allgemeinbildung nach, die sie von ihrem Vater nicht bekam. Aber sie setzt sich rasch durch und tritt wieder als Klavierspielerin auf. Auch Konzertreisen werden wieder unternommen. Ein wichtiges Argument ist sicherlich die finanzielle Lage des Paares. Sie spielt Roberts Werke und trägt dazu bei ihn in Europa bekannt zu machen.

Robert ist oft krank und schwermütig. Das Leben an seiner Seite wird immer schwieriger. 1854 geh er in eine Nervenanstalt, um seiner Frau nichts anzutun. Erst zwei Tage vor seinem Tod (29. Juli 1856) besucht sie ihn.

Nach Roberts Tod

Danach kursieren Gerücht über ein Verhältnis mit Johannes Brahms. Sie lernt ihn 1853 kennen und genoss die Zeit mit ihm. Ihr ist bewusst, wie die Situation für die Kinder und die Gesellschaft scheinen mag, deshalb schreibt sie in ihrem Tagebuch, ihren Kindern gewidmet wie sich fühlt: „Gott sendet jedem Menschen, sei er auch noch so unglücklich, immer einen Trost […] Da kam Johannes Brahms. […] Wohl kann ich euch sagen, meine Kinder, daß ich nie einen Freund so liebte wie ihn – es ist das schönste Einverständnis unsrer Seelen; […] glaubt eurer Mutter, was sie euch sagt, und hört nicht kleinliche und neidische Seelen, die ihm meine Liebe und Freundschaft nicht gönnen, daher ihn anzutasten suchen oder gar unser schönes Verhältnis, das sie entweder wirklich nicht begreifen oder nicht begreifen wollen. […]“ (Beatrix Borchard, Clara Schumann – Ihr Leben. Eine biographische Montage, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Olms, Hildesheim 2015, S. 320.)

Ab 1857 gibt es einen Briefwechsel zwischen Clara und dem Komponisten Theodor Kirchner. Aus der Freundschaft wird eine Liebesbeziehung, die aber an seiner Spielsucht scheiterte.

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© Elliott & Fry – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet:  Elliott & Fry – Clara Schumann (ca.1890).jpg:(2012-09-13 16:38 (UTC)), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21307643

Sie spielt weiterhin in ganz Europa. Ihr letztes Konzert gibt sie 1891 als sie 71 Jahre alt war. Sie hat immer öfter Kopfschmerzen, die zur Schwerhörigkeit führen. 1896 erleidet sie einen Schlaganfall, an dem sie wenige Monate später stirbt.