Frei nach Descartes: ich denke also bin ich oder ich esse also bin ich!

Heute vor… 425 Jahren wurde René Descartes geboren.

René Descartes wurde am 31. März 1596 als drittes Kind in La Haye-en-Touraine (Frankreich) geboren.

Descartes Leben

Da seine Mutter bei der Geburt seines jüngeren Geschwisterchens starb, wuchs er bei seiner Großmutter und Amme auf.  Er wurde mit acht Jahren ins jesuitische Collège Henri-IV de la Flèche geschickt. Dort bekam er eine klassische sowie mathematische Ausbildung. In Poitiers studierte Descartes ab 1612 Juz und legte sogar ein Examen ab. Anschließend ging auf eine Académie für junge Adelige und lernte Fechten, Tanzen, gutes Benehmen und Reiten. 1616 stellte er sich in den Dienst vom Feldherrn Moritz von Nassau in Breda (Holland). Dort lernte er den Arzt und Naturforscher Isaac Beeckman kennen, der ihn in die Physik einführte.

Er reiste viel und lebte eher zurückgezogen. Er bekam 1635 mit seinem Dienstmagd Helena van der Strom eine Tochter, die fünf Jahre später verstarb. Laut Adrien Baillet, einem französischen Theologen, Historiker und Bibliothekar, war es „der größte Schmerz seines Lebens“.

Descartes nach Balthasar Moncornet

Descartes und Christina von Schweden  (© Wikimedia, gemeinfrei)

Tod und Verschwörungen

1649 reiste er auf Einladung der jungen Königin Christina von Schweden nach Stockholm. Er wohnte beim französischen Botschafter. Anfang Feber 1650 erkrankte er und starb am 10. Feber 1650. Die Härte des Klimas und die frühen Stunden seiner Treffen mit der Königin vor 5 Uhr morgens waren für den Denker ungewohnt und forderten – laut offizieller Version – ihren Tribut an seiner Gesundheit durch eine Lungenentzündung. Eine ganze Mythologie über die Umstände seines Todes entstand, sobald er starb. Die Hypothese, die zu dieser Zeit am meisten heraufbeschworen wird, ist die der Arsenvergiftung. Christine von Schweden schickte den Arzt Van Wullen an das Krankenbett des Philosophen, der in seinem Bericht folgende Symptome vermerkte: Koliken, Zittern, Erbrechen und Blut im Urin. Descartes ließ als Gegenmittel ein Brechmittel aus Wein und Tabak herstellen, was darauf schließen lässt, dass er selbst eine Vergiftung vermutete.

Doch was geschah mit den kostbaren Gebeinen des Vaters des Cartesianismus, nachdem sie auf Wunsch Ludwigs XIV. nach Frankreich repatriiert worden waren? Sind sie noch in der Kirche von Saint-Germain-des-Prés in Paris? 2020 wurden die Gebeine und der Schädel, die getrennt voneinander aufbewahrt werden, neu analysiert. Die Ergebnisse schließen eine Vergiftung aus und bestätigen, dass der im Musée de l’Homme in Paris aufbewahrten Schädel Descartes gehörte.

Descartes – der Forscher

Er war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Und gilt als einer der Begründer der modernen Philosophie. Descartes widmete sein Leben der Wahrheit. Für ihn muss der Zweifel erlauben, die Wahrheit zu erreichen.

Berühmt bleibt er dafür, dass er eine wissenschaftliche Methode in französischer Sprache schuf, „Le discours de la méthode“ („Diskurs über die Methode“), in der er seinen Lesern vorschlug alles, was sie gelernt hatten, „reinzuwaschen“ (tabula rasa).

Descartes wundert sich über Illusionen und fragt sich, wie man sicher sein kann, dass man real ist? Er kommt zu folgendem Schluss: Wenn wir denken, sind wir sicher, dass wir real sind, sonst gäbe es das Denken nicht! Daraus folgert Descartes, dass wir, da wir denken, „etwas“ sind, das denken kann. Deshalb existieren wir: ich denke also bin ich – cogito ergo sum.

In der Mathematik steht Descartes am Ursprung des kartesischen Bezugsrahmens, der es erlaubt, Punkte durch ihre Koordinaten zu bezeichnen. Er war auch einer der ersten, der die Kleinbuchstaben a, b, c, … zur Definition bekannter Parameter und x, y, z, t, … zur Definition von Unbekannten verwendete.

Descartes interessierte sich auch für Physik, insbesondere für Optik. Er beschäftigte sich mit den Eigenschaften der Linse und formulierte das Gesetz der Brechung. Er arbeitete auch am Prinzip des Regenbogens, den er als Phänomen der Brechung und Reflexion von Licht, das durch einen Wassertropfen fällt, erklärte.

Descartes galt als Genie und lieferte die Grundlage für andere Mathematiker und Philosophen wie Gottfried Leibniz, Spinoza und im späten 17. Jh. sogar Newton.

Katharina de Medici (© Wikimedia, gemeinfrei)

Essgewohnheiten im 16. und 17. Jh. in Frankreich?

Obwohl die französische Küche bereits berühmt war, bevor die junge florentinische Erbin Katharina de Medici mit ihren Alchemisten und Köchen an den Hof des Königs Franz I. kam, erfolgte die Wende von Italien aus. In Paris blühten Märkte, der Handel mit Fertiggerichten und Restaurants, und große Köche schrieben sogar Rezeptbücher. In Frankreich prägten die mittelalterlichen Trends noch das Essen, in Italien dagegen entwickelte sich eine leichtere, originellere und raffiniertere Küche. Während die Franzosen noch auf große Mengen an Fleisch schworen, interessierten sich die Florentiner bereits für Gemüse und frisches Obst.

Die spätere Königin Katharina war ein Feinschmecker, mit einer Vorliebe für Artischocken und Gebäck. Von einem ihrer Onkel hatte sie Bohnen aus der Neuen Welt geschenkt bekommen, die er in seinem Garten hatte anbauen können, und von Graf Frangipani das Rezept für die Mandelcreme, die seinen Namen trägt – die Frangipane. Sie kam auch mit den Tischmanieren und dem Geschirr ihres Landes an. Die Köche des Schlosses lernten und assimilierten schnell die italienischen kulinarischen Lehren, die guten Manieren und die italienischen Hygieneregeln. Manche schreiben Katharina de Medici die Einführung der Gabel in Frankreich zu. Tatsächlich benutzten sie schon die Florentiner, um nach türkischem Brauch Süßigkeiten und Erdbeeren zu essen. Aber bei Tisch wurde eine Gabel benutzt, um die Fleisch- und Gemüsestücke aus der Schüssel zu nehmen und auf den Teller zu legen. Und die Menschen aßen noch mit den Fingern. Außerdem brachte sie eine echte Neuheit mit, die feine Backware oder Pâtisserie, denn Venedig war nicht nur Spezialist für die Herstellung von Glas, sondern auch das europäische Zentrum der Zuckerraffination. Seine Bonbons und Zuckerskulpturen wurden von den berühmten transluzenten Glaskunstwerken inspiriert.