Heute vor….

120 Jahren ist Giuseppe Verdi in Mailand gestorben.

Verdi war ein italienischer Komponist bekannt für seine Opern Rigoletto, Nabucco oder Otello u.a. . Sein Talent wurde vom Dorforganist entdeckt. Heute gilt er als einer der größten Opernkomponisten des 19. Jh.. Über sein musikalisches Leben und seine Werke gibt es sehr ausführliche Informationen.

Verdi

Verdi   (© Wikipedia)

Wusstet ihr, dass er gerne kochte? Sogar leidenschaftlich gern kochte? Er genoss die schönen Seiten des Lebens und dazu gehört auch ein gutes Essen so der Dramatiker Giuseppe Giacosa. Giacosa meint auch Verdi sei ein Liebhaber gutem Essens in Gesellschaft und Schöpfer sehr persönlicher Rezepte (1). Kein Vergleich mit Beethoven!

Dank seiner zweiten Frau, Giuseppina Strepponi, sind uns Lebensmittelbestellungen bis heute erhalten. Vor Verdis Reise nach St. Petersburg 1861 schrieb sie an Corticelli, den Privatsekretär der Schauspielerin Adelaide Ristori: „Wir brauchen richtig perfekte Tagliatelle und Maccheroni, um Verdi bei guter Laune zu behalten bei der Kälte und den Pelzen.“ (2)

Giuseppina Strepponi wurde von ihrem Vater, Feliciano Strepponi, in die Musik eingeweiht und machte als Opernsängerin Karriere. Sie galt als eine der größten italienischen Sängerinnen bzw. Sopranistin ihrer Zeit! Ab 1838 war sie als Primadonna in der Mailänder Scala engagiert. Vermutlich lernte sie dort 1841 Verdi kennen. Er hatte für ihre Stimme die Rolle der Abigaille in Nabucco geschrieben. Sie lebten die ersten 12 Jahre in „wilder Ehe“ was für damalige Zeiten ein Skandal war. Aus diesem Grund mussten Sie Busseto (Verdis Geburtsort) verlassen. So entstand 1851 Sant’Agata. Sie lebten dort noch 50 Jahre glücklich zusammen!

Giuseppina Strepponi in den 1840er     (© Wikipedia)

Damit ein Essen gelingt zählen sehr gute Produkte, das wusste schon Verdi, der die Zutaten für „sein“ Risotto sehr genau auswählte. Für die paar Monate in St. Petersburg wurden „20 Flaschen guten Bordeaux, 20 Flaschen Champagner und 100 kleine Flaschen Bordeaux als Begleitung zum Essen“ neben „Reis, Maccheroni, Käse und Würstchen“ bestellt.

SanAgata Villa Verdi

Villa Verdi (© Wikipedia)

Verdi kümmert sich persönlich um die Bewirtschaftung des Anwesens, das er durch Pacht zur Geltung bringt. Als Besitzer zahlreicher Ländereien, die aus Ackerland und Viehzuchtbetrieben in und um Sant’Agata bestanden, gründete er 1890 ein Unternehmen, um unter dem Markennamen G.V. das in seinen Betrieben produzierte Schweinefleisch und die Wurstwaren zu vermarkten.

Wie Verdi „sein“ Risotto vorbereitete schreibt Giuseppina Strepponi in seinem Auftrag in einem Brief an Camille du Locle von der Pariser Oper.

C. Mingardi: La cucina di Verdi, 2013

Vor COVID-19 gab es jährlich in der italienischen Province Emilia-Romagna ein „Wine Food Festival“ um den 10. Oktober – Verdis Geburtstag! Verdi kannte und schätze die kulinarischen Spezialitäten seiner Heimatregion. Er schätze aber auch die Feinkost aus Parma oder Piacenza: der Parma-Schinken und der Balsamico-Essig hatten es ihm besonders angetan.

Fußnoten und verwendete Literatur:

(1) Piola, Gardini, Grignaffini et al. La cucina di Verdi: armonie di note, profumi e sapori sulla tavola del maestro. 2003

(2) koechel-verzeichnis.blogpost.com „quanto risotto!“ – 08.01.2021

C. Mingardi: La cucina di Verdi, 2013