Alle feiern Valentinstag, wir Fornacalia!

Der Feber war ein wichtiger Monat für die Römer, da im Römischen Reich das Jahr am 1. März anfing. Dieser Monat war daher der Reinigung gewidmet, und eine große aneinander Reihung von Feierlichkeiten (Parentalia, Lupercalia, Caristia, Terminalia, Amburbialia, Fornacalia, usw…).

Saint-Romain-en-Gal (Frankreich), 3. Jh. A.D.

Fornacalia (oder Furnacalia), das Festival des Brotes und der Öfen fand jährlich zwischen dem 7. und dem 17. Feber statt. Es wurde zu Ehren der Göttin Fornax, der Göttin der Öfen, gefeiert.

Fornax wurde zum Rösten von Weizenkörnern angerufen. Ovid (Fasti II, 525) erzählt von einer Legende, die besagt, dass die ersten Römer Ceres die ersten Früchte ihrer Ernte darbrachten, dass sie aber danach, wenn sie sie rösteten, manchmal ihre Körner und sogar das Haus verbrannten. Deshalb kam Fornax und überwachte das Kochen des Dinkels. Sie solle, so Ovid, die Hitze des Getreides regulieren. Jede Familie brachte Dinkel in die Kurie (Versammlungsgebäude), um es im Versammlungssaal zu rösten und opfern. Dies sollte sicherstellen, dass das Brot im folgenden Jahr in den Haushaltsöfen nicht verbrannt wurde.

Fornax war sowohl der Name des Backofens, des Brennofens oder des Ofens als auch der Name der Personifikation dieser Geräte, die für das Brotbacken, das Kochen, das Heizen, die Metallbearbeitung und das Töpfern so grundlegend wichtig waren. Der Begriff Fornax ist sowohl mit dem modernen englischen Wort „furnace“ (=Ofen) als auch mit dem modernen italienischen Wort „forno“ (=Ofen) und dem französichen Wort „fourneau“ verbunden.

Plinius der Ältere (Historia Naturalis Liber XVIII) schreibt die Gründung des Festivals Numa Pompilius (angeblich * 750 – 672 v. Chr. war der zweite König von Rom, er soll von 715 v. Chr. bis zu seinem Tod regiert haben) zu. Fornacalia ist ein mobiles Fest (= feriae conceptivae). Die mobilen Feste sind größtenteils mit dem landwirtschaftlichen Leben verbunden und finden jedes Jahr an einem von Priestern und Magistraten (curia) festgelegten Datum statt. Der Curio Maximus war ein Bürger, der die Einhaltung der kurialen religiösen Feste gewährleistete. Jeder Bürger gehörte einer Gruppierung bzw. Kurie an und musste am festgelegten Tag ein Opfer darbringen. Der letzte Tag der Fornacalia hieß Quirinalia. Laut Plutarch (Moralia 89) wurde am letzten Tag auch das „Narrenfest“ (= stultorum feriae) gefeiert. Alle, die zu dumm waren ihre Kurie zu kennen oder aus Lässigkeit den Termin versäumt hatten, opferten an diesem Narrentag.

Verbranntes Brot in Pompeji gefunden

Bäcker, Wandmalerei aus Pompeji

Im Rahmen der Opfergabe wurde mola salsa verwendet. Mola salsa („gesalzenes Mehl“) ist in der altrömischen Religion eine Mischung aus grob gemahlenem und geröstetem Emmer- oder Gerstenmehl und Salz, die von den Vestalinnen (römische Priesterinnen der Göttin Vesta, zuständig für Heim und Herd) zubereitet und bei jedem offiziellen Opfer verwendet wurde. Es wird auf die Stirn und zwischen die Hörner der Tieropfer vor ihrer Opferung gesprenkelt, sowie auf den Altar und in das heilige Feuer. Plautus (Amphitruo, II) hält den Beischlaf Jupiters mit Amphitruos Frau fest und meint die Frau hätte mola salsa bei der Opfergabe streuen sollen. Plinius der Ältere erwähnt ebenfalls mola salsa. Es scheint bei ihm eher eine salzige Oblate oder sehr dünne Waffel zu sein. Manche interpretieren es auch als salzigen Kuchen.

Im Römischen Reich hatte die Landwirtschaft eine sehr wichtige Rolle. Der Begriff, der traditionell mit „Weizen“ übersetzt wird, kann sich eigentlich auf alle Getreidearten beziehen: Tatsächlich werden 90 % der Getreideanbauflächen für Gerste genutzt. Der Verkauf von Weizen ist ein Monopol, so dass der Staat keine Konkurrenz von Privatpersonen zu fürchten hat. Das Grundnahrungsmittel ist Gerste, Hartweizen, seltener Hirse oder Weichweizen.

Am 10. April 2021 findet wieder das Archeomuse Apéritif statt. Das Thema wird „römisches Fingerfood“ sein.